Unterschied Psychologie und Angewandte Psychologie

Gemeinsamkeiten, Unterschiede und die verschiedenen Unterformen

Psychologie gehört zu den beliebtesten Studiengängen an deutschen Hochschulen. Deshalb ist es auch nicht überraschend, dass man immer wieder von neuen Studiengängen hört, die das Wort Psychologie im Namen tragen.

Bei diesen neuen Studiengängen handelt es sich um Studiengänge aus der sogenannten Angewandten Psychologie. Da man umgangssprachlich oft den Begriff Psychologie verwendet, wenn man eigentlich über Angewandte Psychologie spricht, ist vielen Menschen der Unterschied zwischen den beiden Fachrichtungen gar nicht bewusst.

Dir auch nicht? Das ist nicht weiter schlimm. Jedoch solltest Du Dich mit beiden Begriffen vertraut machen, bevor Du Dich fĂĽr einen Studiengang entscheidest.

Denn auch wenn die beiden Begriffe sehr nah beieinander liegen, gibt es ein paar fundamentale Unterschiede, ĂĽber die Du Dir im klaren sein solltest.

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Definition der Psychologie

Der Begriff Psychologie hat seinem Ursprung im griechischen und bedeutet so viel wie “Lehre von der Seele”. Der Begriff Seele ist dabei ein wenig vage definiert, deswegen definieren moderne Psychologen die Psychologie als Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen.

Und was soll das jetzt konkret bedeuten?

Der Begriff Erleben soll verdeutlichen, dass sich die Psychologie mit den Dingen auseinandersetzt, die von einem Menschen subjektiv erlebt werden.

Das Erlebte umfasst all das, was ein Mensch nur an sich selbst beobachten kann, wie zum Beispiel Vorstellungen, Erinnerungen, Träume oder Gedanken. 

Der Begriff Verhalten soll verdeutlichen, dass die Psychologie sich auch mit dem objektiven Verhalten eines Menschen auseinandersetzt. Mit Verhalten ist dabei all das gemeint, was wir an uns selbst und an anderen Menschen (und sogar Tieren) beobachten können, wie zum Beispiel Mimik, Gestik, verbale und nonverbale Äußerungen und Handlungen.

Zum Verhalten zählt ebenfalls all das, was man mit Hilfe eines Instrumentes messen kann, wie z.B. den Blutdruck oder Gehirnaktivitäten in bestimmten Situationen.

Die Psychologie ist also eine bereichsĂĽbergreifende Disziplin, die geistes-, sozial- und naturwissenschaftliche Denkmodelle nutzt, um zu verstehen, wie der Mensch tickt.

Dabei lässt sie sich keiner dieser drei Wissenschaft ganz zuordnen. Zudem nutzt die Psychologie oft Hilfswissenschaften wie zum Beispiel Statistik, um Hypothesen untersuchen und belegen zu können. 

Psychologie als Sozialwissenschaft stellt einen Bezug zu soziologischen Fragestellungen her und interpretiert individuelle Erlebens- oder Verhaltensweisen im Kontext des Sozialisationsprozesses, den ein Individuum durchlaufen hat.

Psychologie als Geisteswissenschaft hebt die Einmaligkeit der Persönlichkeit hervor und konzentriert sich auf das Verstehen, Nacherleben, Beschreiben, Interpretieren und Deuten vom Erlebten und Verhalten eines Menschen.

Psychologie als Naturwissenschaften orientiert sich besonders an den Fächern Physik und Biologie. Das Erlebte und das Verhalten eines Menschen werden in den Kontext der Evolution gesetzt oder durch biochemische Prozesse beschrieben.

Wie du siehst ist die Psychologie ein sehr vielschichtiges Fach, welches sich aus mehreren Fachrichtungen zusammensetzt. Je nach Universität und Schwerpunkt kannst du dich im Rahmen deines Studiums auf einzelne Ausrichtungen mehr konzentrieren als auf andere. 

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Definition der Angewandten Psychologie

Die Angewandte Psychologie ist die Zusammenfassung aller Teildisziplinen der Psychologie, welche sich die Anwendung von psychologischen Erkenntnissen im praktischen Kontext zur Aufgabe gemacht hat. 

Als Vertreter der Angewandten Psychologie versucht Du also, psychologisches Fachwissen in einem bestimmten Anwendungsfeld anzuwenden. Diese Anwendungsfelder wurden von der Deutschen Gesellschaft fĂĽr Psychologie definiert:

  • Klinische Psychologie
  • Wirtschaftspsychologie
  • Pädagogische Psychologie
  • Friedens Psychologie
  • Gemeindepsychologie
  • Gerontopsychologie
  • Medienpsychologie
  • Militärpsychologie
  • Musikpsychologie
  • Politische Psychologie
  • Rechtspsychologie
  • Religionspsychologie
  • Schulpsychologie
  • Sportpsychologie
  • Umweltpsychologie
  • Verkehrspsychologie

Du erkennst eine angewandte psychologische Disziplin meist daran, dass Sie das Wort Psychologie mit einem anderen Anwendungsfeld verbindet.

Manche der Anwendungsfelder, wie zum Beispiel Wirtschafts- oder Medienpsychologie, mögen Dir bereits bekannt vorkommen. Das liegt daran, dass diese an vielen Hochschulen als eigene Studiengänge existieren.

In vielen Branchen hat sich mittlerweile die Anwendung psychologischer Fachkenntnisse als besonders wertvoll erwiesen, deswegen werden Studiengänge in angewandter Psychologie auch immer beliebter.

Gemeinsamkeiten Unterschiede

Wenn ĂĽber Psychologie als Studienfach gesprochen wird, ist damit in der Regel die klassische Psychologie gemeint, die das menschliche Verhalten und Erleben untersucht. 

Jedoch nimmt die Anzahl an Studiengängen aus der angewandten Psychologie an deutschen Hochschulen immer weiter zu, sodass Du Dir durchaus die Frage stellen solltest, welche der beiden Fachrichtungen die Richtige für Dich ist.

Um Dich bei Deiner Entscheidung zu unterstützen, erklären wir Dir im Folgenden welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es zwischen dem Psychologie Studium und dem Angewandten Psychologie Studium gibt.

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Gemeinsamkeiten

Beide Disziplinen …

  • … kommen nicht ohne die folgenden Grundlagenfächer aus:
    • Grundlagen der Psychologie
    • Biologische Psychologie
    • Pädagogische Psychologie
    • Allgemein Psychologie
    • Sozialpsychologie
    • Entwicklungspsychologie
  • … beinhalten Methodenlehre, wie zum Beispiel:
    • Statistik
    • Mathematik
    • Diagnostik
    • Evaluation
    • Experimentelle Forschung
  • … sind im Bachelor und Master studierbar.

Unterschiede

Das Psychologie Studium …

  • … ist eine nötige Voraussetzung um fĂĽr eine Ausbildung zum Psychotherapeuten zugelassen zu werden.
  • … legt den Fokus auf rein psychologische Inhalte.
  • … bietet ebenfalls Anwendungsfächer an, meist jedoch nur im späteren Verlauf des Studiums als Schwerpunkt oder Vertiefung im Master.
  • … wird vermehrt an Universitäten angeboten (obwohl ein Psychologiestudium auch an einer Fachhochschule möglich ist).

Das Angewandte Psychologie Studium …

  • … bereitet dich verstärkt auf eine Karriere auĂźerhalb der Psychotherapie vor.
  • … qualifiziert dich nicht allein zur Ausbildung zum Psychotherapeuten.
  • … wird meist nur an (einigen) Fachhochschulen oder privaten Hochschulen angeboten.
  • … fokussiert sich frĂĽhzeitig auf ein spezielles Anwendungsgebiet. Ein Wechsel innerhalb des Studiums ist nur durch einen Wechsel des gesamten Studienganges möglich.

Fazit

Beide Studienrichtungen, egal ob klassische oder angewandte Psychologie, beinhalten grundlegende psychologische Disziplinen und Methoden. 

Solltest Du Dich für die Theorie hinter der Psychologie interessieren, Dich nicht zu früh auf ein Anwendungsgebiet festlegen wollen oder eine Karriere als Therapeut oder in der akademischen Laufbahn anstreben, ist es ratsam, dass Du Dich für ein klassisches Psychologiestudium an der Universität bewirbst.

Solltest Du Dich zwar fĂĽr psychologische Grundlagen begeistern, diese aber lieber in einem praktischen Kontext anwenden wollen, solltest Du Dich jedoch vorab ĂĽber die verschiedenen Anwendungsgebiete informieren und Dich dann fĂĽr den entsprechenden, angewandten Studiengang entscheiden.

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Marvin Stein

Marvin Stein

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